… muß natürlich alles zugehen, wenn man sich im Internet präsentiert. Mich damit zu beschäftigen, nimmt mehr Zeit in Anspruch, als ich je gedacht hätte. Daher schiebe ich erst einmal eine ganz ruhige Kugel und werde wieder verstärkt aktiv, wenn alles seine Richtigkeit hat.
Archiv für März 2008
Mit rechten Dingen
Dienstag, 18. März 2008Vom Wasser haben wir’s gelernt
Donnerstag, 06. März 2008Ich hatte letztens dienstlich einen Vortrag vor jungen Leuten zu halten, in dem es ganz allgemein um das Thema “Energie” ging. In diesem Vortrag behandele ich auch die geschichtliche Entwicklung der Energienutzung. Denn erst wenn man sich vor Augen hält, wie seit alters her vor allem die Muskelkraft von Mensch und Tier zur Verrichtung vielfältigster Arbeiten genutzt wurde, kann man erahnen, welche wirtschaftliche und politische Bedeutung die heutige Energieversorgung hat.
Die erste technische Ausnutzung eines Energieträgers war die Kraft des fließenden Wassers. Schon in der Antike wurden Wasser-Schöpf-Räder zur Bewässerung eingesetzt, später hat man dann vor allem Mahlsteine mit Wasserrädern angetrieben. Und energetisch betrachtet haben unterschlächtige Wasserräder immerhin bis zu 35 Prozent Wirkungsgrad. Oberschlächtige Wasserräder, die erst im 14. Jahrhundert in Mitteleuropa ihren Siegeszug antraten, konnten etwa 75 Prozent der kinetischen und potentiellen Energie des Wassers in mechanische Arbeit umwandeln. Und heutige Wasserturbinen erreichen (elektrische) Wirkungsgrade von bis zu 95 Prozent!
Es ist natürlich klar, daß man diese Energieform nur dort einsetzen kann, wo man genügende Wassermengen mit entsprechenden Fallhöhen vorfindet. Wie man am Drei-Schluchten-Staudamm in China sieht, ziehen solche Projekte auch große ökologische und soziale Probleme nach sich. Daher sind auch die Ausbaupotentiale, gerade in Mitteleuropa, begrenzt. Schön finde ich dann, wenn alte Wasserkraftwerke revitalisiert werden, wie z.B. das Weserkraftwerk in Bremen. Aber auch in Thüringen sind erst vor wenigen Jahren einige Kraftwerke, z.B. an der Werra in Thüringen, erneuert worden – diese Anlagen finden sich auch bei WikiEnergy.
Bis zur “Entdeckung” der Wasserkraft hat der Mensch lange gebraucht. Die Nutzung der Windkraft kam dann viel später (Mittelalter) und erst seit ca. 200 Jahren, nämlich seit der industriellen Revolution, wird etwas verbrannt, um daraus letztlich mechanische Energie zu “gewinnen”. Doch dieses Verbrennen hat uns erst das Leben ermöglicht, wie wir es heute (in den Industrieländern) als selbstverständlich erachten. Möchten wir dieses Leben aufgeben?
Sturm und Drang
Montag, 03. März 2008War das ein Wochenende: Sturmtief “Emma” zog über das Land. Das sind dann solche Tage, an denen ich den einen oder anderen Gehirnsturm (Brainstorming) durchlebe.
Die Höchstgeschwindigkeiten der Böen lagen wohl gerade so an der Grenze dessen, was die Windräder so aushalten, bevor sie sich automatisch abschalten. Das bedeutet, daß endlich einmal die über 20 Gigawatt installierte Windleistung in Deutschland nahezu flächendeckend voll zum Tragen kommen konnten. Denn meist dümpeln die Windturbinen ja so vor sich hin. Doch diesmal können sie zeigen, was sie drauf haben.
Und diese Leistung drängt nun in die deutschen Stromnetze – von unten nach oben, also von den Verteilnetzen der Mittel- und Hochspannung in die Übertragungsnetze der Höchstspannung. Da ist dann mächtig was los auf unseren Stromautobahnen. Zum Glück sind ja die Netzbetreiber verpflichtet, für genau diese wenigen Stunden der Windhöchstlast ihre Netze auszubauen. Das kostet natürlich Geld, was die Netzbetreiber ausgeben würden, ließe man sie ihre Planungen umsetzen. Dennoch bleibt für mich die Frage der volkswirtschaftlichen Verhältnismäßigkeit, wenn viel technischer und finanzieller (Stahlpreis für Masten und Seile) Aufwand für wenige Stunden Windvollast betrieben wird.
Während bei soviel Windstrom im Netz die konventionellen Kraftwerke gedrosselt gefahren werden müssen (es ist ja auch noch Wochenende), müssen die Kraftwerke trotzdem das Netz mit Blindleistung speisen, was die meisten Windkraftanlagen gar nicht können, damit der Windstrom überhaupt fließen kann. Zusätzlich sind die “großen” Kraftwerke in Warteposition, sollte der Wind doch einen Tick zu stark werden und die Windräder wegen ihrer Abschaltautomatik vom Netz gehen.
Es möchte schließlich niemand in Deutschland ohne Strom dasitzen. Und Geld soll der gefälligst auch kaum kosten. Und überall diese Windparke, die die Landschaft verschandeln, möchte auch keiner mehr sehen. Und CO2 soll natürlich auch nicht mehr so viel emittiert werden. Na, und Kernkraft schon gar nicht! Aber ansonsten geht’s uns gut – danke der Nachfrage.
Meiner Meinung nach führt langfristig gesehen kein Weg am verstärkten Ausbau der erneuerbaren Energien vorbei. Doch bitte mit Augenmaß! Irgendwie scheinen sich die Deutschen mit Fragen der Integration prinzipiell schwer zu tun. Dabei ist technisch viel möglich – nur muß es eben richtig organisiert werden. Kann das bei diesen Strukturen im Energiemarkt gelingen?
WikiEnergy